Montag, Juli 24, 2017

#noerdstrom Tag16: Løkken / Rubjerg Knude

Heute wurden wir von einem durch den Garten hoppelnden Hasen geweckt (okay, das klingt jetzt so, als ob ein Riesenhase mit dröhnenden Hopsern durch den Garten getrampelt wäre, in Wirklichkeit war es aber so, dass der Hübsche als erster aufstand und beim Weg zum Kaffeemachen eben diesen Hasen aus einem der zahlreichen Wohnzimmerfenster sah und der Ruf "Hase, Hase!" alle anderen Familienmitglieder mindestens so schnell an die Fenster brachte, wie beim letzten Dänemarkurlaub "Zug, Zug!"), das war schön!
Das Wetter sollte so mittel werden, also halt Regen bei 15-18Grad und so liessen wir es mit dem Aufstehen ruhig angehen und konzentrierten uns erstmal auf Kaffee, Kuscheln und noch im Bett lesen. Und Hasen beobachten. Und das Seifenblasenschwert im Garten ausprobieren.




Weil wir aber ja am Meer sind und nicht aus Zucker, beschlossen wir dann irgendwann, einen Strandspaziergang in den Ort (verbunden mit neuem Fisch und Kuchen fürs Zvieri kaufen) zu machen und packten uns dafür erstmal regendicht ein. Und dann wieder aus, weil es gar nicht mehr regnete. Und dann wieder ein, weil es doch wieder anfing. Und dann gingen wir erstmal los. Am Strand packten wir uns wieder aus (bis auf die Kinderregenhosen, die sind immer so ein Gfrett zum Anziehen mit den Schuhen), weil es wieder aufhörte.
Als wir dann da so am Strand entlangliefen und sehr guter Dinge waren, kam dann sogar noch die Sonne raus und es wurde richtig warm!







Grüsse nach Nierstein :-)

Im Örtchen trafen wir dann ein schwedisches Paar und zwei englische Kinder beim Arktos-Raid an der Kirche, aber leider waren wir erst zu wenig und dann war der Raid vorbei, also: noch kein legendäres Pokemon in unserem Pokedex. Nun ja.
Danach erledigten wir unsere wichtigen Einkäufe: eine Schaufel, Zimtschnecken und Kaffee für sofortige gute Laune, eine Wienerstang (oder so) für den Nachmittag, 6 Schollenfilets und ein Säckchen hurtige Kartofler für den Abend (das war gestern so lecker, das gibts grad so heute nochmal) und den Legokatalog in der dänischen Originalversion.
Auf dem Rückweg den Strand entlang wurde es dann unglaublich sonnig, so dass ich den Pulli ausziehen und die Kinder direkt losgraben mussten. Der Hübsche und ich sassen wie so ein altes Paar auf einer Bank in den Dünen und hielten die Nasen in den Wind.


Da unten graben die Kinder.

Wir beschlossen, das Wetter für einen Ausflug zur Wanderdüne Rubjerg Knude zu nutzen. Also schnell die Fische in den Kühlschrank, die Kinder aus den Regenhosen geschält, die nicht trocknertaugliche, leider immer noch feuchte Wäsche auf die Terrasse in die Sonne gestellt, Kuchen und Wasser eingepackt und los gings.

Die Wanderdüne, die den Leuchtturm langsam auffrisst, ist nur ca 15min von hier entfernt und war einfach grossartig! Die Kinder rannten über die Saharalandschaft, wir bestiegen den Leuchtturm (ich gehe davon aus, dass das gelochte Treppenhaus deswegen drin ist, dass der reinfliegende Sand nach unten durchrieselt und den Turm von unten auffüllt, anstatt ihn abzuknicken), legten K2s Namen aus Ziegeln und schauten aufs Meer hinaus.



Meine Bildschirmhintergründe bei der Arbeit bestehen immer noch aus Island-Bildern. Ich mach mir hier ein paar neue.










Auf dem Rückweg kauften wir an einem Gemüse-Stand frische Erdbeeren, Erbsen und Petersilie für den Fisch, im Supermarkt noch ein paar andere Dinge (dänisches Tonic und Ginger Beer zB und ich überlege allein wegen der grossartigen Flasche noch an skandinavischem Gin, der über Aquavit-Kräutern destilliert wurde, rum.). Als wir damit fertig waren .... schüttete es. Nun ja. Kein Drama, bis auf .... die fast trockene Wäsche auf der Terrasse.
Als wir zurück waren, zeigte sich, dass der Wäscheständer vor Regenlast oder Sturm oder was auch immer in die Knie gegangen war und ganz traurig auf dem Boden lag. Nun ja, wir haben ja noch ein paar Tage, bis wir alles trocken brauchen und weil wir ja endlich einen Gürtel für Little Q. haben, hat der auch wieder eine lange Hose, die er tragen kann.

Dann: Whirlpool aufheizen, Kinder reinsetzen, mit Rohkost und Chips glücklich machen, Essen vorbereiten, raus in den Regen schauen, und dem Hasen Hallo sagen. Es geht uns gut. Sehr sogar.
Vielleicht ist es auch ein Kaninchen. Ganz sicher ist es mehr als eins :-)

Sonntag, Juli 23, 2017

#noerdstrom Tag 15: Løkken

Heute morgen, als ich das erste Mal um viertel nach sechs aufgewacht bin (jajaja, irgendwann, da kann ich auch wieder ausschlafen. Vielleicht), da strahlte die Sonne durch die Jalousie-Lamellen. Dann, als ich um acht aufstand, um Kaffee zu kochen, zogen Wolken auf und als wir dann um 10:30h auf der Terrasse frühstückten, fielen die ersten Tropfen. Seitdem hat es sich eingeregnet, mit Starkregengüssen zwischendrin.
Aber hey: auch wenn ich noch einen Tacken lieber bei strahlendem Sonnenschein in den Wellen toben würde, wir hatten einen grossartigen Tag.
Mit

  • viel Kaffee, 
  • Gemütlichkeit, 
  • Lesen (K2 ist mit Harry Potter angefixt und während ich heute morgen noch froh war, dass wir Band 2 (Amazonaffiliatelink) schon auf dem Kindle haben, muss ich morgen wohl Band 3 runterladen...)
  • Spielen, 
  • (Tonnen Wäsche waschen und überall aufhängen), 
  • einer Runde durch den Ort mit Besuch der Bolcheriet
  • Stärkung im Pandekagehuset (wir haben in weiser Voraussicht "nur" 3 bestellt und dann haben wir sie nicht geschafft. Dass meine Kinder bei was Süssem beide freiwillig aufgeben, das ist auch ein Novum), 
  • Mitbringsel und Geschenke für die Katzensitter besorgen, 
  • Einkaufen (im Urlaub mag ich auch das stinknormale Lebensmitteleinkaufen sehr gern. "Hurtige Kartofler" klingt halt schon sehr nett!), 
  • einer Runde durch den Regen an den Strand (der Hübsche ist dann noch Rennen gegangen, wir haben inzwischen daheim mal ausprobiert, ob der Whirlpool funktioniert. Tut er. Super gut sogar)
  • aufwärmen,
  • und ein für mich DAS Dänemark-typische Abendessen kochen: gebratene Schollenfilets mit Kartoffeln, dazu die leicht neongelbe Remoulade und Salat. Das gab es schon immer, als ich als Kinder noch dachte, Dänemark wäre das einzige Land, in dem man Sommerurlaub machen kann, weil wir jedes Jahr dorthin gefahren sind :-). Es schmeckt mir immer noch unglaublich gut und gsd dem Rest auch (Little L. halt ohne die Kartoffeln, aber dafür gibts ja Brot).
  • mehr Lesen,
  • House of Cards schauen (Norwegen und Dänemark haben bei Netflix auch die 5. Staffel schon),
  • Postkarten schreiben bzw. mit verschiedenen Apps verschicken,
  • zu Regengeprassel einschlafen.


Mal sehen wie es morgen wird, wir sind jetzt ja relaxed, weil .... tadaaaaa.... drumroll.....eine Nacht in der stillen Einfahrt und ein ungefähr 15. Restart aller Systeme beim Auto zu der Einsicht geführt hat, dass wir in Dänemark und nicht mehr in der Nordsee vor Stavanger sind. Wir müssen also nicht nach Aarhus zum Tesla-Servicecenter, wir können das Auto die Heimfahrt planen lassen, haben aber in der Zwischenzeit festgestellt, dass ich eh einen Ausflug nach Aarhus eingeplant hatte, mir aber Aalborg gemerkt hatte. Jetzt fahren wir vielleicht doch dorthin. Sozusagen mit Fleiss.


Schokoeis, Schokoladensosse, Nutella

Daim, Karamellsosse, Softeis

Fast schon spartanisch anmutend: Softeis und Baileys

Wetter, Kleidung und so, nech?

Aus der Mixtüte: mit Lokken-Wahrzeichen im Zucker.


Auch wenn Little Q. selig grinst: die allermeisten davon sind Mitbrinsel :-)

Regen in den Dünen ist halb so schlimm.

Wobei ich schon froh, war, dass ich mich der "Ich geh jetzt Laufen"-Idee nicht angeschlossen hatte und hier den Heimweg ins Warme antrat.



 



Samstag, Juli 22, 2017

#noerdstrom Tag 14: Hirtshals - Skagen -Lokken

Hui, das war ein langer Tag! Wir waren ja gestern abend kurz überrascht, wie gross der Unterschied zwischen Nordsee und Ostsee in Sachen Amplitude ist. Hui, das Meer sah eigentlich total ruhig aus, aber beim Weg zum und vom Essen und einmal übers Schiff (WIR HABEN NIEMANDEN VERLOREN!!!!) sind wir munter alle mehrfach gegen die Wand gedotzt.

Müde Menschen beim Frühstück


Geschlafen haben wir dann aber doch ziemlich gut, nur der Wecker um viertel vor sechs, das war schon fies. Aber es war tatsächlich keine Zeit zu verlieren: Anziehen, Frühstücken, in die Kabine sausen und alles zusmmenraffen udn um 7:20h hiess es dann in Hirtshals "Runter vom Schiff."

Ja. Und dann kam das, was kommen musste, es lief nämlich mal was nicht glatt. Und zwar, man glaubt es nicht: beim Auto. Das fand Norwegen nämlich genauso toll wie wir und behauptet standhaft, wir wären noch in Stavanger oder irgendwo da.
Könnte schlimmer sein und das GPS funktionieren. Dann hätten wir das Auto versenkt.

Leider gab sich das den ganzen Tag über nicht, weder von allein noch durch alles, was das Tesla Service-Center in Remote reparieren konnte (das Auto sieht 8 Satelliten, verbindet sich aber mit keinem. Entweder ist die GPS-Antenne spontan auf der Fähre kaputt gegangen oder sie hängt, ein Reset ist aber nur im Service-Center möglich. Damit können wir jetzt im Auto nicht navigieren, weil das Auto verzweifelt und für die Fahrt vom Ferienhaus zum Bäcker oder so 13 Stunden und entweder den Weg über Oslo-Drammen-Schweden-Seeland-Jütland oder aber die Fähre über Kristianssand vorschlägt.. Nun ja. Mal sehn. Das nächste Servicecenter inst in Aarhus, da waren wir noch nie. Stand auf nicht auf dem Plan, aber was solls. Oder wir fahren halt heim wie mit einem normalen Auto. Autopilot kann es übrigens immer noch. Wir werden halt das ganze Fleetlearning in Norwegen kaputt machen, wenn wir in Autoaugen mit 80 km/h durch den Fjord heizen.) Das hat uns ehrlich gesagt die Laune ein wenig verhagelt, aber andererseits ist es kein echtes Drama, das Auto fährt ja noch. Sogar von allein :-).

Es hat zwei Wochen gedauert, bis wir für K2s schaurig schöne Postkarte an seine Klasse eine Briefmarke bekommen haben. Jetzt haben wir noch eine Woche, um einen Briefkasten zu finden.

Telefonieren mit Zuhause. Bzw. mit Tesla Schweiz: "Grüezi wohl bi Teslamotors. Fü Dytsch drücket Sie bitti die Eis."

Ansonsten waren wir dann ganz unabhängig davon total spontan, weil 7:20h ja nun echt früh am Morgen ist, und da Ferienhaus erst um 16:00 parat und sooooooo spannend ist Hirtshals dann auch wieder nicht (besonders um 7:20h am Morgen), und so sind wir dann, was eh auf dem Plan stand, halt nicht unbedingt für heute, nach Skagen rüber/rauf gefahren und haben in Grenen die Füsse in den Sand gesteckt, uns den Wind um die Nase wehen lassen, Muscheln gesammelt, die Hosenbeine nass gekriegt, und gemerkt: auch wenn wir dachten "Was soll nach Norwegen noch kommen? War das eine gute Idee? Hätten wir uns das nicht lieber sparen sollen?": das hier, das tut uns unglaublich gut. So schön und toll der Roeadtrip war, so super alles geklappt hat, so viel wir auch gesehen haben, so sehr brauchen wir jetzt alle Zeit, Platz, Ruhe, Wind und Meer, das wird die perfekte Woche vor dem Alltags-Restart (okay, nicht ganz Alltag, aber umso komplizierter :-)).
"We will have fun together. Let's start with WWII)






Punkt vier haben wir dann unseren Ferienhausschlüssel abgeholt, das Haus gefunden (es ist echt toll!), alles endlich mal verräumt, nicht nur Koffer umgeschichtet, die Wäsche der zwei letzten Wochen sortiert (hui. Der Frunk mit den Wandersachen ... hui.) und die ersten Maschinen angeworfen und dann ging es an den Strand, die Kinder mussten unbedingt ins Wasser. Der Hübsche und ich haben uns bei dem Schild, wo "Wasser 16°C" stand kurz angeschaut und innerlich gebibbert, aber da waren die Kinder schon drin. (Wir haben die Bilder vom letzten Dänemarkurlaub angeschaut: anders als wir dachten, lagen wir da nicht die ganze Zeit im Bikini in der Sonne. Hups!)



Eigentlich wollte ich diese Hütten und die Leere romantisch fotografieren (s.u.). Tja. Die Jungs hatten es eilig, weil MEER!





Daheim gab es eine heisse Dusche, schnelle Nudeln (so lecker Essengehen auch ist: ich finde, nach zwei Wochen am Stück kann man das gar nicht mehr richtig schätzen.), die Kinder haben sich in den drölfzig Schlafzimmern je ein Bett gesucht, und ach, egal was mit dem Auto ist, das ist perfekt hier!